"Weiblich gelesen" - und wann ich Probleme damit habe

Content Notes: cis Sexismus, Biologismus, Transfeindlichkeit, binäre Denkweise, Interfeindlichkeit, Gate Keeping

Vorbemerkung: Ich werfe hier mit Begriffen wie trans*, dya, cis und nicht-binär um mich. Wenn dir die Begriffe nichts sagen, bietet es sich an, eher mit about me anzufangen oder zum Beispiel im nibi space oder dem Queer Lexikon nachzulesen.

Eine immer wiederkehrende "Anekdote"

Vor verschiedenen Hintergründen gerate ich häufig in ein Gespräch der folgenden Art:
Person: Wir machen einen Workshop/eine Vortragsreihe zum Thema Programmieren und suchen dafür noch Frauen, die leiten/vortragen. Hättest du Interesse?
oder
Person: Du schreibst doch Fantasy/Science Fiction. Wir sind ein Verein/eine Gruppe von Frauen/Autorinnen in der Fantastik. Möchtest du dabei sein/beisteuern/mitmachen?
oder
Person: Auf der Scientists For Future Demonstration sollen aus Repräsentations- und Fördergründen vorwiegend Frauen vortragen. Würdest du das machen?
oder ganz simpel:
Person: Kommst du zum Junggesellinnenabschied?

Es handelt sich übrigens meistens dabei um Personen, denen ich schon gesagt habe, dass ich nicht-binär bin. Unabhängig davon ist mein erstes Gefühl bei der Frage ein mieses, weil ich keine Frau bin. Misgendert werden löst Disphorie aus und Gespräche darüber sind unangenehm. Also sage ich zum Beispiel:

Ich: Ich bin keine geeignete Person für die Anfrage, weil ich keine Frau bin.

Es gibt darauf verschiedene, häufige Antworten:
Person: Ich weiß, aber das wissen die ja nicht. Wir haben Frauenmangel, daher dachte ich, ich frage dich mal.
Person: Ich weiß, aber wir würden auch dich nehmen. Du bist schließlich weiblich gelesen/weiblich sozialisiert.
Person: Aber biologisch bist du eine.
Person: Wir haben aber nur Kategorien Mann und Frau und du bist eher letzteres.

Häufig passiert auch eine Abfolge mehrer dieser Argumente:
Person: Ich weiß, aber biologisch bist du eine.
Ich: Wenn du eine Unterscheidung beim Einordnen in Geschlechtersgruppen auf Basis vom körperlichen Erscheinungsbild machst, ist das zum einen schon mal schlecht wegen Biologismus, aber zum anderen vor allem transfeindlich. Das fühlt sich sehr mies an.
Person: Aber du siehst wie eine aus, also passt du eher in die Kategorie.
Ich: Damit ordnest du mich immer noch wegen Äußerlichkeiten einer Geschlechtergruppe zu, zu der ich nicht gehöre.
Person: Du verstehst mich falsch. Ich sage nicht, du wärest eine Frau, nur weil du biologisch eine bist. Aber hier geht es ja um Repräsentation von von Sexismus betroffenen Menschen, die sonst nicht zu Wort kommen, und das sind nun mal biologische Frauen. Wenn du also weiblich gelesen wirst, dann gehörst du dazu.
Ich: (Innerlicher wütend und verletzt, auch fremdverletzt, aber meistens bleibe ich ruhig) Also, nur mal kurz angenommen, biologisches Geschlecht existierte und es würde Sinn ergeben, die Formulierung 'Biologisches Geschlecht' zu verwenden, würdest du also sagen, dass trans Frauen keinen solchen Sexismus erlebten oder keine Frauen wären?
Person: Natürlich sind trans Frauen Frauen. Leg mir doch nicht Dinge in den Mund, die ich nicht gesagt habe.
Ich: Du hast gerade erklärt, dass von Sexismus betroffene Menschen 'biologische Frauen' wären. Das klang exklusiv.
Person: So war das nicht gemeint. Du weißt, was ich meine. Menschen, die weiblich gelesen sind, eben. Hilf mir doch mal, wie würdest du es ausdrücken?
Ich: Es wirkt auf mich, als wolltest du ausdrücken, dass für dich Menschen im wesentlichen in zwei Kategorien fallen, nämlich Mann und Frau, und als würdest du dieses Bild aufrecht erhalten wollen, indem du auf Basis von Äußerlichkeiten versuchst einen neuen Namen für die Kategorie Frau zu finden, sodass du mich dort einordnen kannst.
Person: Nein. Ich sehe vollkommen ein, dass du nicht-binär bist. Aber es gibt ja auch Unterschiede. Wenn du nicht-binär aber biologisch männlich wärest zum Beispiel, würdest du keinen oder kaum Sexismus erfahren. So jemanden würden wir also zum Beispiel nicht fragen für den Vortrag/Workshop.

Gefühle bei solchen Gesprächen

Ja, es eskaliert häufig bis zu diesem letzten Statement. Das ist mir passiert, von Menschen, mit denen ich viel interagiert habe, die sich für Feminismus stark machen und versuchen inklusiv zu sein. Und es ist extrem unangenehm. Auf vielen Ebenen.

  • Das vielleicht offensichtlichste: Ich wurde misgendert, und das auch noch im vollen Bewusstsein. Ich wurde versucht, in eine Schublade gepresst zu werden, in die ich nicht gehöre.
  • Ich fühle mich, als müsste ich meine Existenz verteidigen.
  • Ich fühle in diesem Dialog den Druck einer großen Verantwortung. Anscheinend bin ich eine der ersten Personen, die in diesem Zusammenhang mehr aufklärt. Daher fühle ich mich verantwortlich, alles richtig auszurdrücken, um nicht beim Verteidigen meiner Person ausversehen andere Personen mies zu behandeln oder die Grundlagen dafür zu legen. Wenn ich weiß, dass die Person vorher wusste, dass ich nicht-binär bin, aber sich mit dem Thema nicht zielführend befasst hat, bevor sie mich fragte, kann ich auch vermuten, dass das, was ich sage, das bleibt, was die Person hinterher weiß. Ich lege da also Grundsteine, für die ich mich eigentlich nicht qualifiziert genug fühle.
  • Erschwerend ist, dass in einem Satz oft mehrere unglückliche Annahmen ineinandergreifen. Die Formulierung 'biologisches Geschlecht' ist einigermaßen scheiße, unter anderem interfeindlich und biologistisch, aber darauf aufbauend passiert eine andere miese Implikation. Oder andersherum, eine miese Behauptung ist auf der Grundlage einer anderen miesen Annahme gemacht worden. Ich bin oft zu orientierungslos, um mich für einen Anfang der Kritik zu entscheiden.
  • Und es ist gleichzeitig nicht mein Job, eine Person aufzuklären, wird aber dazu gemacht. Ich mache es an sich gern. Aber die eigentliche Anfrage war hier ja nicht "Kannst du mir was über deine Geschlechtsidentität erklären? Und falls ja, wann hast du Zeit und Ruhe?", sondern eher "hier, du bist zwar keine Frau, aber irgendwie schon, kannst du deshalb...?"
  • Ich fühle mich mies, weil von mir dabei erwartet wird, perfektes Hintergrundwissen darüber zu haben, was trans nicht-binär eigentlich heißt, und mich perfekt auszudrücken. Aber diese Geschlechtswahrnehmung ist von der genauen Expertiese bezüglich Ausdrucksweisen relativ unabhängig. Die Begrifflichkeiten spiegeln etwas wieder, worüber ich nicht unbedingt zu reden gelernt habe, was ich aber trotzdem bin. Sich auszudrücken muss auch gelernt werden und das ist ein längerer Prozess, als die Realisierung einer ist. Genauer gesagt: Ich weiß seit sehr Langem, dass ich nicht weiblich bin und habe das immer wieder gesagt. Dabei ist es mir sicher auch passiert, mysogyn zu sein, weil mysogyne Ausdrucksweisen unter anderem so etwas beinhalteten wie "Ich bin kein Mädchen", womit ich mich eben identifiziert habe. Das war, weil ich die Begrifflichkeiten aufgefasst habe, die in meiner Umgebung genutzt wurden. Aber ich meinte etwas völlig anderes. Entsprechend hat mich niemand verstanden. Ich musste eben lernen, es auszudrücken, und vieles von dem, was inter*, nicht-binäre und trans* Menschen so an Phänomenen erleben und fühlen, hat sicher noch überhaupt keine etablierten Begriffe.
  • Ich fühle mich vom eigentlichen Thema, Vorträge oder Workshops zu halten, ablenkend, störend und falsch.
  • Ich frage mich immer, ob ich den unaufgeklärten Personen, die da mit mir reden, irgendwie unrecht tue.
  • Ich werde dazu gedrängt, teils viel zu persönlichen Kram zu erzählen, um Gefühle zu erklären.
  • Ich habe massiv Angst vor weiteren, beliebig schlimmen transfeindlichen Bemerkungen, weil ich solche schon gehört habe.
Es sind Gespräche, die mir noch lange nachhängen. Manchmal Jahre. Ich werde im folgenden ein paar Punkte nennen, warum. Dabei lasse ich es aus, zu erklären, warum 'biologisches Geschlecht' nicht so existiert, wie Leute es gerne behaupten. Dazu gibt es genug Quellen, zum Beispiel ein Thread von Open Ocean Exploration oder dieser Artikel. Nur eins dazu: Ich verstehe nicht, inwiefern mein Geschlecht, von dem ich einfach weiß und im Prinzip auch immer wusste, dass ich es habe, nicht als biologisch bezeichnet werden sollte, nur weil es nicht mit Körperformen korrelliert. Ich habe mir das nicht ausgedacht, es ist nicht synthetisch oder an mich drangeklebt. Mein Geschlecht ist biologisch.

Transfeindlichkeit ist für mich viel schlimmer als Sexismus

Fangen wir hinten an, bei der Frage, ob eine nicht-binäre Person, die männlich gelesen wird, weniger Sexismus erleben würde. Ich finde es erst einmal sehr kritisch, das (einfach) zu behaupten, und glaube selbst daran nicht. Es wirkt auf mich wie so eine spontane Überlegung, ohne mit Personen geredet zu haben, auf die es zutreffen könnte. Da es auf mich selbst nicht zutrifft und ich mit zu wenigen Personen, auf die dies zutrifft, gesprochen habe, werde ich darüber hier auch nicht schreiben. Das ist im Prinzip, was ich von entsprechender Person erwartet hätte.
Das Statement ist allerdings auch eines von der Sorte, die ich in der Stichpunktliste erwähnt habe: Es hat nicht nur diese gemachte Aussage als Problematik, sondern auch die darunter liegenede, implizite Annahme, Sexismus wäre die schlimmere Diskriminierung, als Trans- oder Interfeindlichkeit. Eine nicht-binäre Person, die männlich gelesen würde, wäre einer dya cis Frau gegenüber im Vorteil, weniger diskriminiert.
Ich kann keine allgemeinen Aussagen darüber machen, welche Diskriminierung die schlimmere wäre und es ist auch kein Wettkampf. Aber für mich selbst möchte ich gerne herausstellen und erklären, warum in meinem Leben Transfeindlichkeit die schlimmere Diskriminierung darstellt, als Sexismus.
Wenn ich eine Situation erlebe, in der mir Sexismus widerfahren ist, dann kann ich mir relativ sicher sein, wenn ich in einem feministischen Umfeld von der besagten Situation erzähle, dass ich auf Verständnis stoße. Dass mir geglaubt wird, die Problematik gesehen. Dass Leute sich angemessen aufregen und dieses gemeinsame Aufregen hilft mir dabei, mit der Situation umzugehen und mich selbst nicht als das Problem wahrzunehmen.
Wenn ich Transfeindlichkeit erlebe, dann geht das nicht. Dann gebe ich vielleicht das obige Gespräch wieder, und viele verstehen erst einmal nicht, wo das Problem liegt. Viele bitten mich um Verständnis. Dass es schwierig wäre, weil das Wissen dazu fremd ist, weil dies einem nicht so mitgegeben würde und Leute es nicht selbst erlebt haben. Und ich habe Verständnis. Ich wäre sonst eben auch sehr allein. Aber es tut jedes Mal weh. Es fühlt sich jedes Mal an, als würden Leute mir nicht zuhören oder, wie ein Herzmensch es beschrieb, als wäre ich in einem Pudding, aus dem alles, was ich sage, nicht so richtig nach außen dringt. Ich bin keine Frau. Wieso fragst du mich, ob ich repräsentierend für eine Gruppe auftreten möchte, die, wie du dazu sagst, nur aus Frauen besteht?
Wenn ich sage, "eine mitarbeitende Person hat zu mir gesagt, wenn man Frauen nicht für ihre Frisuren lobt, wenn sie eine neue Frisur haben, sind sie beleidigt", dann stimmen mir Leute zu, dass das sexistisch ist. Wenn ich sage, "eine mitarbeitende Person hat mich gebeten, mir einen neutralen Namen auszusuchen, weil sie sonst immer vergäße, dass ich nicht-binär bin" verstehen Leute das Problem nicht.

Die Aussage "Bezüglich der Kategorien Mann und Frau bist du eher letzteres." verletzt

Es verletzt mich, wenn mir gesagt wird "Bezüglich der Kategorien Mann und Frau bist du eher letzteres". Woher glauben die Personen das zu wissen? Hier ist wieder Zuordnung meines Geschlechts nach Äußerlichkeiten der Grund. Eine Fremdbestimmung meines Geschlechts. Das ist ziemlich falsch und mies. Es wäre besser, wenn Menschen allgemein sein ließen, einen Tipp darüber abzugeben, welches Geschlecht das Gegenüber (am ehesten) hätte. Das ist übergriffig und häufig falsch und mindestens in dem Fall verletzend.
Randbemerkung: Es stimmt in meinem Fall sogar gar nicht. Meine Geschlechtsidentität ist nicht-binär mit keinen weiblichen Anteilen, schon aber eventuell männlichen. Letzteres ist auch nicht so wichtig, nicht gut verbalisiert. Wenn Leute wissen, dass ich nicht-binär bin, reicht das. Mein Geschlecht ist ohnehin Privatsache. Die Anmerkung diente nur dazu, noch einmal zu unterstreichen, warum diese Fremdzuordnung nicht funktioniert und mies ist.

"Weiblich gelesen"

Vielleicht ist aufgefallen, dass ich diese Begrifflichkeit "weiblich gelesen" kritisiere und selbst verwende. Das liegt am jeweiligen Zusammenhang. Ich zitiere hier Tristan Lánstad, der es gut auf den Punkt brachte (mit Absprache leicht angepasst): "„weiblich gelesen“ beschreibt meistens einen Diskriminierungszusammenhang und eine übergriffige Zuschreibung, selten eine Selbstbeschreibung oder Identität."
Für manche Menschen kann es auch eine Selbstbeschreibung sein. Das ist dann aber eine individelle Entscheidung und immer noch keine Identität aller, die (eben oft unfreiwillig) weiblich gelesen werden.
Es ist eine Sache, auf ein Problem im System hinzuweisen, dass überhaupt ein Geschlecht ohne Einverständnis in Leute hineingelesen wird, aber eine ganz andere auf Basis dessen etwas aktiv zu sortieren, zu unterstützen oder überhaupt etwas zu entscheiden. Das ist dann Gate Keeping, transfeindlich und ignoriert die Geschlechtsidentität der Person. Insbesondere trans* Männer oder trans* maskuline Menschen und nicht-binäre Menschen sowie inter* Menschen, die nicht weiblich gelesen werden, werden mit dieser Transfeindlichtkeit häufig aus Räumen ausgeschlossen, die sich eigentlich intersektionalen Feminismus auf die Fahnen schreiben. Wenn ich mich länger mit Menschen unterhalte, die so etwas spontan tun, erfahre ich doch meist, dass es nur wieder einer der vielen Versuche ist, einem mitzuteilen, dass man für eine Person eben doch irgendwie weiblich wäre oder sich so nennen sollte, wenn man als im Zusammenhang mit Geschlecht marginalisierte Person repräsentiert oder gefördert werden möchte.
Weiblich gelesene Menschen erfahren eine bestimmte Sorte Sexismus, die andere nicht erfahren, wobei das weiblich gelesen Werden schon ein Teil davon ist. Dieser Teil des Sexismus, wie schon zuvor erwähnt, ist aber wiederum nur ein Teil des gesamten Sexismusproblems. Es ist nicht mein Hauptproblem. Es gibt sehr viel Sexismus, der damit nichts zu tun hat. Menschen danach zu trennen, ob sie weiblich oder männlich gelesen werden, reproduziert ein binäres Denken, reproduziert Sexismus, der auf optischen Mustern basiert, und führt ganz sicher nicht dazu, dass der Zeitpunkt irgendwann mal kommen kann, dass man mich ansieht und mir kein binäres Geschlecht andichtet. Menschen nach diesem Kriterium zu trennen erzeugt sogar nicht einmal die gewünschten Gruppen, denn sicherlich wollen Menschen, die das tun, keine Frauen ausschließen, die nicht weiblich gelesen werden (etwas sarkastisch gedacht: Vor allem nicht, wenn sie dya cis Frauen sind...)
Ich würde mir also wünschen, dass der Begriff "weiblich gelesen" in Zukunft vor allem verwendet wird, um das Problem zu beschreiben, und ganz sicher nicht, um mich deshalb einer Gruppe zuzuordnen oder andere auszuschließen, die man vorher Frauen genannt hat, und nun nur umbenennen wollte, damit ich dazugehören kann, weil man mich eben irgendwie doch für weiblich hält.

Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir, nicht mehr als Frau eingeordnet zu werden. Wenn du eine Gruppe hast, in die du nur Frauen aufnimmst, frag nicht mich. Wenn du mich in eine Gruppe aufnehmen möchtest, dann nenne sie nicht Frauengruppe. Falls sie so heißt, benenne sie um. An dieser Stelle erwähne ich noch einmal, dass "Frauen*" nicht im geringsten hilfreich, sondern eher verletzend ist.
Wenn du mich in einer Gruppe dabei haben möchtest, dann drück an möglichst jeder Stelle aus, dass die Gruppe zum Beispiel nicht-binäre Menschen mit vertritt.
Ich verstehe, wenn dya cis Männer ausgeschlossen werden sollen. Ich sehe auch da gewisse Probleme, weil nicht normativ lebende Männer durchaus eine Menge Sexismus erleben und ich generell Grenzen ziehen schwierig finde. Wahrscheinlich würde ich selbst keine solche Gruppe gründen. Aber das ist meine persönliche Sache. Ich habe Verständnis dafür, dass Safe Spaces zu bilden oder Repräsentation zu fördern manchmal Leute ausschließt, die nicht ausgeschlossen werden müssten und vielleicht eigentlich einen Safe Space bräuchten, weil es sonst gar nicht funktionieren würde. Das ist ein komplexes Problem. Wenn eine Gruppe einfach offen für alle wäre, dann werden cis dya Männer derzeit automatisch wieder dominant und eine Gruppe könnte automatisch kein Safe Space sein. Das Problem sehe ich. Und ich habe kein Problem damit ein Teil einer Gruppe zu sein, die entsprechende Voraussetzungen fordert.
Entsprechend beschwere ich mich auch nicht über reine Frauengruppen. Ich habe oft den Verdacht, dass sich solche Gruppen entweder noch nicht darüber klar sind, dass sie Menschen ausschließen, die sie eigentlich nicht ausschließen wollen, oder dass sie sogar transfeindlich sind. Das sehe ich als ein Problem an, nicht das Konzept an sich. Aber wenn mich Menschen ernsthaft in einer Gruppe dabei haben möchten, dann sollte dies keine Frauengruppe sein. Wenn mich die Gruppe wirklich dabei haben möchte und sich noch nur auf Frauen bezieht, dann sollte sie eine Überarbeitung der Policy machen, sich nicht mehr Frauengruppe nennen und nicht überall das Femininum verwenden.

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